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Kongress 2010

"Schule braucht Rhythmus und Bewegung"

  • Vorträge der Referenten

 

Kubesch FotoDr. Sabine Kubesch

Lernen braucht Sport und Bewegung (pdf)

Das Gehirn ist anpassungsfähiger als ein trainierter Muskel, es gilt als das anpassungsfähigste Organ des menschlichen Körpers überhaupt. Die Neuroplastizität schafft die Voraussetzung dafür, dass über Sport und Bewegung auf die Gehirnstruktur und seine Funktionen eingewirkt werden kann. Dieser Prozess hält über die gesamte Lebensspanne an. Dabei profitieren insbesondere die sogenannten exekutiven Funktionen von akuter muskulärer Beanspruchung und insbesondere von einer gesteigerten körperlichen Leistungsfähigkeit. Die exekutiven Funktionen Arbeitsgedächtnis, Inhibition und kognitive Flexibilität haben einen großen Einfluss auf die schulische Leistungsfähigkeit - unabhängig vom und stärker als der Intelligenzquotient der Schüler. Gleichzeitig stehen schlecht ausgebildete exekutive Funktionen der Heranwachsenden in Zusammenhang mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADS/ADHS), mit Schulabbruch, Drogenmissbrauch und Kriminalität. Dabei weisen Kinder aus niedrigeren Einkommensschichten bereits zum Zeitpunkt des Schuleintritts schlechtere exekutive Funktionen auf als Kinder aus höheren Einkommensschichten. Dieser Leistungsunterschied nimmt im Laufe der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen weiter zu. Im deutschen Bildungssystem ist das Wissen um die Bedeutung exekutiver Funktionen für eine optimale Förderung der Kinder und Jugendlichen weitgehend unbekannt. Bislang wissen nur wenige Schulakteure von diesen zentralen Gehirnfunktionen und davon, wie man diese kognitiv aber auch körperlich trainieren und damit Einfluss auf die schulische Lernleistung sowie die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nehmen kann.

Kurzvita:

KUBESCH, SABINE, Dr. biol. hum.; Studium der Fächer Sport und Sportwissenschaft und Germanistik für das Lehramt an Gymnasien an der Universität Heidelberg. 1998 bis 2008 Sporttherapeutin und Sportwissenschaftlerin an der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm. 2005 Promotion an der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm. Seit 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin  am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. 2008 bis 2009 Postdoctoral Fellow an der Harvard Graduate School of Education, Cambridge (USA).

 

Weitere Veröffentlichungen von Frau Dr. Sabine Kubesch zum downloaden:

- Körperliches und kognitives Training exekutiver Funktionen in Kindergarten und Schule (pdf)

- "I go wild!" Neurobiologie des Extremsports (pdf)

- A 30-Minute Physical Education Program Improves Stundents' Executive Attention (pdf)

- Physical fitness, but not acute exercise modulates event-related potential indices for executive control in healthy adolescents (pdf)

 

 

 

Laging FotoProf. Dr. Ralf Laging:

 

"Schulen in Bewegung – eine Gestaltungsaufgabe."

Konzepte, Befunde und Perspektiven bewegungsorientierter Schulentwicklung

Bewegungsaktivitäten leisten einen grundlegenden Beitrag für das Leben und Lernen in der Schule. Der Vortrag soll zeigen, dass sich in den zurückliegenden 20 Jahren eine Reihe von Konzepten für eine stärkere Berücksichtigung von Bewegung, Spiel und Sport in der Schule entwickelt haben. Vor allem in den Grundschulen ist eine entsprechende Praxis entstanden. Zukünftig muss es allerdings mehr um die bewegungsorientierte Gestaltung von weiterführenden Schulen gehen. Dazu soll im Vortrag die aktuelle Schulentwicklung in der Folge von PISA mit einer besseren Lernförderung, mehr Zeit durch Ganztagsschulen und einer Stärkung der Kooperationen zur umfassenden Bildung junger Menschen als Gestaltungsaufgabe aufgegriffen und als Chancen für mehr Bewegung, Spiel und Sport diskutiert werden. Aus der aktuellen Ganztagsschulforschung zu Bewegung, Spiel und Sport werden Befunde und Perspektiven vorgestellt, die zeigen, dass die Integration von Bewegung, Spiel und Sport in den Schultag das Potenzial einer innovativen Schulentwicklung durch Rhythmisierung und Einbindung in die lokale Bildungslandschaft enthält.

 

Kurzvita:

 

LAGING, RALF, Prof. Dr.; Philipps-Universität Marburg, Institut für Sportwissenschaft und Motologie. Seit 1994 Professor für Sport- und Bewegungspädagogik, zunächst in Magdeburg und seit 2001 in Marburg. Von 1997 bis 2004 Mitherausgeber der Zeitschrift „sportpädagogik“ und von 2000 bis 2004 Vorsitzender der Kommission Sportpädagogik in der DGfE. Arbeits- und Publikationsschwerpunkte: Bewegungsbildung und Bewegungslernen, Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule, Schulsport- und Unterrichtsforschung, Öffnung des Sportunterrichts, Bewegte Schule, Turnen, Methoden im Sportunterricht.

 

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